Auf einen Blick: Disaster Recovery umfasst alle Maßnahmen, mit denen IT-Systeme nach einem schweren Ausfall wieder in Betrieb gehen. Anders als ein Backup, das nur Daten sichert, regelt Disaster Recovery den gesamten Wiederanlauf: welche Systeme in welcher Reihenfolge, in welcher Zeit und auf welcher Ersatzumgebung.

Wie läuft Disaster Recovery ab?

Der Ablauf folgt in der Regel vier Schritten. Zuerst wird der Schaden festgestellt und eingegrenzt: Was ist ausgefallen, was ist noch nutzbar, ist die Ursache beseitigt? Dieser Schritt wird häufig unterschätzt, entscheidet aber darüber, ob die Wiederherstellung überhaupt sinnvoll starten kann.

Anschließend wird der Notfallbetrieb aufgenommen, also auf eine Ersatzumgebung umgeschaltet. Im dritten Schritt werden die Systeme in festgelegter Reihenfolge wiederhergestellt. Diese Reihenfolge ist wesentlich, weil Anwendungen voneinander abhängen: Ohne Verzeichnisdienst und Datenbank nützt die wiederhergestellte Fachanwendung nichts. Zuletzt folgt die Rückkehr in den Normalbetrieb.

Worin unterscheiden sich Backup und Disaster Recovery?

Diese Verwechslung ist die häufigste und zugleich die folgenreichste.

Ein Backup ist eine Kopie von Daten. Es beantwortet die Frage, ob die Daten noch da sind. Disaster Recovery beantwortet die Frage, wie daraus wieder ein arbeitsfähiges Unternehmen wird.

Der Unterschied zeigt sich im Ernstfall. Ein vollständiges Backup zu haben, bedeutet nicht, binnen weniger Stunden wieder arbeiten zu können. Wenn Server neu aufgesetzt, Netzwerke konfiguriert, Berechtigungen gesetzt und mehrere Terabyte zurückgespielt werden müssen, vergehen Tage. Disaster Recovery plant genau diesen Weg vorab und stellt die nötige Umgebung bereit. Das Backup ist ein Baustein darin, nicht der Ersatz dafür.

Was gehört in einen Disaster-Recovery-Plan?

  • Einstufung der Systeme nach Wichtigkeit, mit RTO und RPO je Anwendung.
  • Abhängigkeiten zwischen den Systemen und die daraus folgende Reihenfolge des Wiederanlaufs.
  • Zuständigkeiten mit Namen und Erreichbarkeit, auch nachts und am Wochenende.
  • Auslösekriterien: Ab wann gilt eine Störung als Notfall und wer entscheidet das?
  • Ersatzumgebung: Wo laufen die Systeme im Notfall und wie wird dorthin umgeschaltet?
  • Kommunikation gegenüber Belegschaft, Kunden und, wo erforderlich, Aufsichtsbehörden.
  • Nachweise über Tests, also wann zuletzt geprüft wurde, ob der Plan trägt.

Festgehalten wird das im Notfallhandbuch, und zwar so, dass es auch dann verfügbar ist, wenn die IT steht. Ein Plan, der ausschließlich auf dem ausgefallenen Dateiserver liegt, ist im Ernstfall wertlos.

Welche Szenarien deckt Disaster Recovery ab?

Der namengebende Katastrophenfall wie Brand oder Hochwasser ist in der Praxis der seltenste Auslöser. Häufiger sind Verschlüsselung durch Ransomware, Hardwaredefekte an zentralen Systemen, längere Ausfälle von Strom oder Anbindung sowie Fehler bei Wartungsarbeiten.

Besonders der Ransomware-Fall verlangt eine eigene Betrachtung, weil Angreifer gezielt die Sicherungen angreifen, bevor sie verschlüsseln. Ein Immutable Backup, das sich nach dem Schreiben nicht mehr verändern lässt, ist hier die entscheidende Vorkehrung.

Was ist Disaster Recovery as a Service (DRaaS)?

Bei DRaaS wird die Ersatzumgebung nicht selbst vorgehalten, sondern bei einem Dienstleister bezogen. Die Systeme werden fortlaufend in dessen Rechenzentrum gespiegelt und können dort im Notfall gestartet werden.

Der Vorteil liegt in den Kosten: Ein zweiter Standort mit eigener Hardware, die im Normalbetrieb ungenutzt bleibt, rechnet sich im Mittelstand selten. Beim Dienstleister wird die Kapazität geteilt und erst im Ernstfall vollständig in Anspruch genommen. Wichtig bleibt auch hier die Prüfung: Ein Anbieter sollte regelmäßige Testumschaltungen ermöglichen, ohne den laufenden Betrieb zu stören.

Disaster Recovery bei NetPlans

NetPlans erarbeitet die Einstufung der Systeme gemeinsam mit den Fachbereichen, richtet die Sicherung darauf aus und hält die Ersatzumgebung in eigenen Rechenzentren in Deutschland bereit. Die zugehörigen Leistungen zeigt die Seite zu Backup und Wiederherstellung, den Gesamtzusammenhang die Übersicht zur IT-Infrastruktur.

Häufige Fragen zu Disaster Recovery

Was bedeutet Disaster Recovery auf Deutsch?

Übersetzt etwa Notfallwiederherstellung. Gemeint ist die geplante Wiederaufnahme des IT-Betriebs nach einem schweren Ausfall.

Ist ein Backup nicht ausreichend?

Ein Backup sichert Daten, ersetzt aber keinen Plan für den Wiederanlauf. Ohne festgelegte Reihenfolge, Zuständigkeiten und Ersatzumgebung dauert die Wiederherstellung aus einem Backup oft Tage.

Wie oft sollte ein Disaster-Recovery-Plan getestet werden?

Mindestens einmal jährlich sowie nach größeren Änderungen an der Infrastruktur. Ohne Test ist ein Plan eine Annahme, keine Zusage.

Was ist der Unterschied zwischen Disaster Recovery und Business Continuity?

Disaster Recovery betrifft die Wiederherstellung der IT. Business Continuity ist weiter gefasst und schließt Personal, Räume, Lieferketten und Abläufe ein. Disaster Recovery ist ein Teil davon.

Brauchen auch kleinere Unternehmen Disaster Recovery?

Die Frage ist weniger die Unternehmensgröße als die Abhängigkeit vom IT-Betrieb. Wenn ohne IT nicht produziert, geliefert oder abgerechnet werden kann, entsteht der Schaden unabhängig von der Mitarbeiterzahl.