Auf einen Blick: IaaS (Infrastructure as a Service) ist ein Cloud-Modell, bei dem Rechenleistung, Speicher und Netzwerk als Mietleistung bezogen werden. Der Anbieter betreibt die Hardware, das Unternehmen verwaltet Betriebssysteme und Anwendungen weiterhin selbst.

Wie funktioniert IaaS?

Grundlage ist Virtualisierung. Im Rechenzentrum des Anbieters laufen physische Server, deren Leistung über einen Hypervisor in viele voneinander getrennte virtuelle Maschinen aufgeteilt wird. Was ein Kunde bezieht, ist ein Ausschnitt dieser Leistung.

Bestellt und verwaltet wird über eine Oberfläche oder eine Schnittstelle. Dort werden Server angelegt, mit Arbeitsspeicher und Prozessorkernen ausgestattet, Festplatten zugewiesen und Netzwerke konfiguriert. Ein neuer Server ist damit in Minuten verfügbar, statt bestellt, geliefert und eingebaut werden zu müssen.

Abgerechnet wird nach Verbrauch, meist pro Stunde oder Monat je nach zugewiesener Leistung. Wird eine Maschine nicht mehr gebraucht, wird sie gelöscht und kostet nichts mehr.

Worin unterscheiden sich IaaS, PaaS und SaaS?

Die drei Modelle unterscheiden sich darin, wie viel der Anbieter übernimmt.

  • IaaS liefert die Grundlage: Server, Speicher, Netzwerk. Betriebssystem, Updates und Anwendungen bleiben Ihre Aufgabe.
  • PaaS (Platform as a Service) liefert zusätzlich eine fertige Laufzeitumgebung, etwa für Datenbanken oder eigene Software. Um das Betriebssystem kümmert sich der Anbieter.
  • SaaS (Software as a Service) liefert die fertige Anwendung. Sie melden sich an und arbeiten, alles darunter ist unsichtbar. Microsoft 365 ist das bekannteste Beispiel.

Ein gängiger Vergleich: Bei IaaS mieten Sie die Küche, bei PaaS bekommen Sie die Zutaten dazu, bei SaaS wird das Essen serviert. Je weiter rechts, desto weniger Aufwand und desto weniger Gestaltungsfreiheit.

Was bleibt bei IaaS in Ihrer Verantwortung?

Dieser Punkt wird regelmäßig unterschätzt. Der Anbieter verantwortet das Rechenzentrum, die Hardware, die Stromversorgung und die Virtualisierungsschicht. Alles oberhalb davon bleibt beim Kunden.

Dazu gehören die Installation und Aktualisierung der Betriebssysteme, die Absicherung der Anwendungen, die Vergabe von Berechtigungen und die Sicherung der eigenen Daten. Dass Daten in der Cloud liegen, bedeutet nicht automatisch, dass sie gesichert sind. Ein eigenes Cloud Backup und ein durchgängiges Patch Management bleiben erforderlich.

Welche Vorteile hat IaaS gegenüber eigener Hardware?

  • Keine Vorabinvestition. Statt Server zu kaufen und über Jahre abzuschreiben, entstehen laufende Kosten, die sich dem Bedarf anpassen.
  • Schnelle Anpassung. Leistung lässt sich erhöhen, wenn ein Projekt sie braucht, und danach wieder zurücknehmen.
  • Kein Hardwarelebenszyklus. Austausch, Garantie und Ersatzteile liegen beim Anbieter.
  • Standortunabhängigkeit. Die Systeme sind erreichbar, ohne dass ein eigener Serverraum betrieben werden muss.

Wann ist IaaS die falsche Wahl?

Bei gleichmäßiger, gut planbarer Last über viele Jahre kann eigene Hardware günstiger bleiben. Auch Anwendungen mit sehr hohen Anforderungen an Reaktionszeiten oder mit besonderen Lizenzbedingungen sprechen im Einzelfall dagegen. Entscheidend ist zudem der Speicherort: Wo die Daten liegen und welchem Recht sie unterliegen, ist eine Frage der Datensouveränität und sollte vor der Auswahl geklärt sein. In vielen Fällen ist eine Hybrid Cloud der tragfähige Mittelweg.

IaaS bei NetPlans

NetPlans stellt Infrastruktur aus eigenen Rechenzentren in Deutschland bereit. Damit bleiben Speicherort und Zuständigkeit eindeutig, was besonders bei Auflagen aus Verträgen oder Audits zählt. Den Rahmen und die zugehörigen Leistungen zeigt die Übersicht zur Business Cloud.

Häufige Fragen zu IaaS

Wofür steht die Abkürzung IaaS?

IaaS steht für Infrastructure as a Service, auf Deutsch Infrastruktur als Dienstleistung. Gemeint ist der Bezug von Servern, Speicher und Netzwerk aus der Cloud statt aus dem eigenen Serverraum.

Was ist der Unterschied zwischen IaaS und einer Private Cloud?

IaaS beschreibt das Bezugsmodell, Private Cloud die Betriebsform. Eine Private Cloud kann als IaaS bezogen werden, ist dann aber exklusiv für ein Unternehmen reserviert statt geteilt.

Wer ist bei IaaS für die Sicherheit zuständig?

Die Zuständigkeit ist geteilt. Der Anbieter sichert Rechenzentrum und Virtualisierung, der Kunde Betriebssysteme, Anwendungen, Zugänge und Daten.

Was kostet IaaS?

Abgerechnet wird nach zugewiesener Leistung, also Prozessorkernen, Arbeitsspeicher und Speicherplatz, meist monatlich. Die Gesamtkosten hängen von Auslastung, Verfügbarkeitsanforderungen und Datenvolumen ab.

Lässt sich IaaS mit vorhandenen Servern kombinieren?

Ja. Der verbreitetste Weg ist genau das: Ein Teil der Systeme bleibt im Haus, ein Teil wandert in die Cloud. Diese Kombination wird als Hybrid Cloud bezeichnet.